KI-Pakete verstehen
Ein KI-Paket ist ein vom Betreiber kuratiertes Bündel: Es legt fest, welcher Anbieter den Chat und die semantische Suche deiner Organisation verarbeitet, mit welchen Modellen das geschieht — und in welchem Rechtsraum. Statt Anbieter, Modelle und Zugangsdaten einzeln zusammenzustellen, wählst du eine geprüfte Kombination mit klarer Einordnung.
Die Paket-Auswahl findest du im Bereich KI auf der Seite Zugang. Dort steht dauerhaft, welches Paket aktuell gilt („Aktuell: …") oder dass deine Organisation eine eigene Konfiguration nutzt.
Erst den Weg wählen, dann den Inhalt
Die Seite stellt eine Entweder-oder-Frage, und sie zeigt immer nur eine Antwort: Unter der „Aktuell"-Zeile stehen zwei Kacheln, Systempaket und Eigene Konfiguration. Ein Klick öffnet den zugehörigen Bereich, der andere verschwindet so lange.
Die geöffnete Kachel erkennst du am kräftigen Rahmen. Davon getrennt zeigt ein kleines Kennzeichen Aktiv, welcher Weg tatsächlich gilt. Das sind zwei verschiedene Aussagen: Du kannst dir den anderen Weg ansehen, ohne dass damit schon etwas gewechselt wäre. Erst ein Klick auf „Dieses Paket wählen" beziehungsweise „Eigene Konfiguration nutzen" ändert etwas.
Der geöffnete Bereich steht in der Adresse der Seite. Ein Lesezeichen führt also wieder dorthin, und ein Klick auf einen der Filter behält den geöffneten Bereich bei. Hat deine Organisation weder ein Paket gewählt noch eigene Zugangsdaten hinterlegt, öffnet die Seite den Paketkatalog: Das ist der empfohlene Weg.
In diesem Zustand steht statt einer „Aktuell"-Zeile Noch kein KI-Zugang eingerichtet, und keine der beiden Kacheln trägt das Kennzeichen „Aktiv". Das ist kein Fehler, sondern der Ausgangszustand jeder neuen Organisation: Bis du einen der beiden Wege einrichtest, kann die KI nicht arbeiten, auch wenn die KI-Funktionen bereits freigegeben sind.
Die Rechtsraum-Einordnung
Jede Paketkarte trägt eine Einordnung. Sie beantwortet zwei getrennte Fragen: Wo sitzt das Unternehmen, und wo werden die Daten verarbeitet? Beides zusammen ergibt:
| Einordnung | Bedeutung |
|---|---|
| Europäisch | Anbieter mit Sitz in der EU, Verarbeitung in der EU. Keine Drittlandübermittlung. |
| EU-Region, außereuropäischer Anbieter | Die Server stehen in der EU, der Anbieter ist aber ein außereuropäisches Unternehmen und untersteht dem Recht seines Sitzlandes. Das gilt rechtlich als Drittlandübermittlung. |
| EU-Anbieter, Drittland-Region | Europäisches Unternehmen, Verarbeitung außerhalb der EU — die Daten verlassen die EU. |
| Außerhalb der EU | Anbieter und Verarbeitung liegen außerhalb der EU. |
| Eigener Server | Die Verarbeitung läuft auf einem selbst betriebenen Server. Verantwortlich ist der Betreiber der Installation, nicht ein externer Anbieter. |
Wo die hinterlegten Zugangsdaten es hergeben, wird die Einordnung aus deren Fakten (Firmensitz und Verarbeitungsort) abgeleitet statt nur behauptet. Ändert sich ein Fakt später, wandert die Einordnung mit — ohne dass jemand das Paket neu speichert.
Was mit deinen Inhalten geschieht
Die Rechtsraum-Einordnung sagt, wo verarbeitet wird. Sie sagt nicht, was der Anbieter mit deinen Inhalten tut. Dafür trägt jede Paketkarte einen zweiten Badge und einen Satz zur Speicherdauer.
| Badge | Bedeutung |
|---|---|
| Kein Training | Der Anbieter hat vertraglich zugesichert, deine Inhalte nicht zum Training seiner Modelle zu verwenden. |
| Training durch den Anbieter | Der Anbieter nutzt Inhalte, die du über die KI-Funktionen verarbeiten lässt, zum Training seiner Modelle. |
| Training nicht zugesichert | Zu diesem Paket liegt keine vertragliche Zusage vor. |
Der graue Badge heißt nicht, dass trainiert wird — er heißt, dass wir das Gegenteil nicht belegen können. Genau deshalb steht er da: eine fehlende Angabe stillschweigend wegzulassen würde sich wie eine Zusage lesen, die niemand gegeben hat.
Darunter steht ein Satz zur Speicherdauer beim Anbieter — von „werden nicht gespeichert" über eine konkrete Frist bis zu „ohne zugesicherte Frist". Das ist eine eigene Frage: Ein Anbieter kann Training ausschließen und deine Inhalte trotzdem eine Zeit lang aufbewahren.
Ein Paket ist nur so gut wie sein schwächster Anbieter. Chat und Suche können auf verschiedenen Anbietern laufen. Sichert nur einer von beiden „kein Training" zu, zeigt die Karte trotzdem „Training durch den Anbieter" — nie umgekehrt. Bei der Speicherdauer wird aus demselben Grund die längste Frist genannt.
Pakete mit der Einordnung Eigener Server tragen keinen Trainings-Badge. Dort bekommt überhaupt kein externer Anbieter deine Inhalte, die Frage stellt sich also nicht.
Sie stammen aus den Vertragsdokumenten der Anbieter, die der Betreiber erfasst und bewertet hat — nicht aus einer Selbstauskunft im Produkt. Ändert ein Anbieter seine Bedingungen und wird das nachgetragen, wandert die Anzeige mit, ohne dass jemand das Paket neu speichert.
Zwei Filter, zwei Fragen
Über den Paketkarten stehen zwei unabhängige Filter: Anbieter (EU-Unternehmen / auch außereuropäische Unternehmen) und Verarbeitung (nur in der EU / auch außerhalb der EU). Die beiden Fragen sind bewusst getrennt — „ich brauche einen europäischen Anbieter" und „die Daten dürfen die EU nicht verlassen" sind verschiedene Anforderungen, und nicht jedes Paket beantwortet beide gleich. Voreingestellt ist die strengste Kombination; jede Lockerung ist eine bewusste Entscheidung.
Leistungsstufen
Innerhalb des gewählten Pakets wählst du eine Leistungsstufe (z. B. „Schnell & günstig" oder „Gründlich"). Jede Stufe hat ihr eigenes Modell und kann innerhalb des Pakets auch auf einen anderen kuratierten Anbieter führen — welcher gerade antwortet, zeigt die Transparenz-Notiz im Chat. Die Rechtsraum-Einordnung gilt für das ganze Paket: Sie bezieht jeden enthaltenen Anbieter ein, und die strengere Lesart gewinnt. Hilfsaufgaben wie Teilnehmererkennung, Zusammenfassungen und die Indexierung angebundener Repositories laufen unabhängig von deiner Wahl immer auf der untersten Stufe.
Was während der Umstellung passiert
Hat der Wechsel einen Neuaufbau der Suche ausgelöst, steht auf der Seite Zugang direkt unter der „Aktuell"-Zeile, wie weit er ist — mit der Zahl der noch offenen Datensätze. Die Anzeige aktualisiert sich beim Neuladen der Seite; ein Neuaufbau dauert je nach Anbieter und Datenmenge Minuten bis Stunden.
Neben dem laufenden Fortschritt gibt es drei Zustände, die etwas anderes bedeuten:
| Anzeige | Bedeutung |
|---|---|
| Neuaufbau abgeschlossen | Der neue Index ist vollständig und wird in der Regel innerhalb einer Viertelstunde automatisch aktiv. Du musst nichts tun. |
| Umstellung pausiert | Das Monatskontingent ist aufgebraucht. Der Neuaufbau ruht und wird automatisch fortgesetzt, sobald das Kontingent im Folgemonat zurückgesetzt wird. |
| Umstellung steht | Ein Sonderfall, der sich nicht von selbst löst — wende dich an den Systemadministrator. Deine Suche arbeitet währenddessen unverändert weiter. |
Steht dort nichts, läuft auch kein Wechsel.
Wenn dein Paket nicht im Katalog steht
Zwei Fälle führen dazu, dass dein eigenes Paket nicht zwischen den Karten auftaucht. In beiden wird es dir trotzdem angezeigt — oberhalb des Katalogs, mit einem Hinweis, welcher Fall vorliegt:
- Die Filter blenden es aus. Dein Paket erfüllt die oben eingestellten Kriterien nicht, etwa weil du auf „nur in der EU" gestellt hast und dein Paket eine andere Einordnung trägt. Die Karte funktioniert normal, du kannst auch die Leistungsstufe umstellen. Lockerst du die Filter, steht sie wieder im Katalog.
- Der Betreiber hat es zurückgezogen. Das Paket wird nicht mehr angeboten. Für dich läuft es unverändert weiter, die Leistungsstufe lässt sich aber nicht mehr umstellen. Um das zu ändern, wählst du ein anderes Paket oder wechselst über die Kachel auf „Eigene Konfiguration".
Woran du den aktiven Anbieter erkennst
Neben der „Aktuell"-Zeile auf der Seite Zugang zeigt auch der Chat dauerhaft eine kurze Transparenz-Notiz: Sie nennt den Anbieter, die Rechtsraum-Einordnung des Pakets und den Verarbeitungsort. Welche Anbieter grundsätzlich in Frage kommen und was dabei mit den Daten geschieht, beschreibt die Datenschutzerklärung der Installation.
Nutzt ein Paket einen anderen Suchindex als dein aktuelles, führt die Karte zunächst auf eine Übersichtsseite. Sie nennt, was sich rechtlich ändert, wie viele Datensätze neu berechnet werden und was das ungefähr an Credits kostet — erst dort startest du den Wechsel. Sofern für deine Organisation bereits ein Suchindex besteht, wird deine Suche währenddessen weiter aus diesem bedient und stellt sich um, sobald der neue vollständig ist; Inhalte, die in der Zwischenzeit entstehen, sind erst danach auffindbar. Besteht noch keiner, bleibt die Suche bis zum Abschluss ohne Treffer. Reicht das Monatskontingent nicht mehr, wird der Wechsel gespeichert und der Neuaufbau beginnt im Folgemonat — die Übersichtsseite sagt jeweils, was für deine Organisation gilt.
Die Übersichtsseite stellt beide Pakete nebeneinander — mit denselben Badges und Sätzen, die auch auf der Karte stehen: Rechtsraum, Trainings-Zusage und Speicherdauer, für vorher und nachher. Darunter steht jeweils ein Satz, was sich ändert.
Wechselst du auf einen Anbieter, der deine Inhalte zum Training nutzt, während der bisherige das vertraglich ausschloss, sagt die Seite das ausdrücklich. Liegt zu einer der beiden Seiten keine Zusage vor, nennt sie das — und behauptet weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung, weil sich aus einer fehlenden Angabe keine ableiten lässt.
Zu Paketen ohne externen Anbieter (Eigener Server) und zur eigenen Konfiguration steht keine Trainings-Zeile: dort gibt es keine Anbieter-Zusage, mit der sich vergleichen ließe. Was der Wechsel dorthin bedeutet, sagt die Zeile zum Rechtsraum.